Smells Like Home (Musikvideo) – EP „You“

“I think of you, too often that I’m afraid it’s not a crush

Sometimes I look at you too intensely and then I blush”

Hier versuche ich das Unsichere, Zarte einer aufkeimenden Liebe zu beschreiben – der Gedanke, dass es vielleicht „mehr“ als nur ein Schwarm ist, erzeugt sowohl Hoffnung als auch Angst. Das Erröten ist ein körperliches Zeichen der Überwältigung – eine typische Mischung aus Verletzlichkeit und Anziehung. Musikalisch baut sich der Song langsam auf, nach und nach setzen die Instrumente ein und als nach einem langen Intro die typische „Telefonstimme“ des Electroswings erklingt, treten die Melodieinstrumente wieder etwas in den Hintergrund, um dem Inhalt Platz zu schaffen. Die Spannung wird langsam aufgebaut – ähnlich wie beim klassischen Swing, der in den 20er/30er Jahren in den USA oft mit einer Steigerung von dezentem Groove hin zu voller Big-Band-Power arbeitete.

“The smoke in your eyes makes me want to inhale you,

Even though I know the smoke is deadly

Every time I tell myself new nonsense

But your way is just too friendly”

Das Bild des Rauchs ist stark: Rauch zieht an, wirkt geheimnisvoll, hat aber auch etwas Zerstörerisches. Die Metapher des Einatmens zeigt eine Sehnsucht nach völliger Nähe, auch wenn man weiß, dass es gefährlich sein kann. Dass der rauch tödlich ist, verweist auf eine Liebe, die riskant ist, vielleicht weil sie unerwidert oder kompliziert ist. Das sprachliche Bild wird durch das Selbstgespräch intensiviert, wobei sich das lyrische Ich eventuell einredet, dass die Verliebtheit gar nicht so stark ist, aber die Art und Weise des Gegenübers einfach zu faszinierend ist. Die Instrumentierung des elektronischen Swings, scharfe Bläser und weiche pulsierende Beats unterstreicht diesen Zwiespalt zwischen Verführung und Gefahr.

“I would like to breathe you away like a pain

But pain has deeper causes which I find hard to ignore”

Hier entsteht eine fast paradoxe Sehnsucht: Den Schmerz (die Liebe) loswerden zu wollen, während man gleichzeitig anerkennt, dass die Ursache tiefer liegt und er deshalb nicht einfach zu verdrängen ist. Es geht um emotionale Tiefe, die man nicht „wegatmen“ kann.

Hier zeigt sich ein historischer Bezug: Im klassischen Swing der 30er Jahre war Schmerz oft ein unterschwelliger Bestandteil – viele Songs wirkten beschwingt, entstanden aber in einer Zeit großer wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit (Great Depression). Mein Song trägt dieses Spannungsfeld ins Heute, verstärkt durch die elektronische Komponente.

„You don’t make it any easier for me,

when you compliment me

Can only think about it,

Please get out of my head

Please get out of my head”

Durch die klare Stimme ohne den Filter wird die innere Zerrissenheit klar auf den Punkt gebracht: Komplimente, die eigentlich Freude bereiten sollten, verstärken nur die Verwirrung und Obsession. Das wiederholte „Please get out of my head“ ist fast mantraartig – ein rhythmisches Motiv, das sich gut in den Drive des Electroswings einfügt.

Musikalisch bietet sich hier die volle Entfaltung des Big-Band-Sounds an, mit satten Bläsern und einer treibenden elektronischen Bassline. So entsteht eine Mischung aus klassischem Swing-Groove und moderner Club-Energie – genau das, was den Electroswing seit den 1990er Jahren (Parov Stelar als Pionier) so spannend macht.

„A fleeting crossing of glances

A brief touch during a hug

Your scent that smells like home

Hate that I’m in love but I can’t deny it anymore”

Sehr stark ist hier das Bild „Your scent that smells like home“. „Zuhause“ steht für Sicherheit, Wärme, Vertrautheit – etwas, das im Kontrast zur vorherigen Gefahr-Metapher (Rauch, Schmerz) steht. Die Verliebtheit wirkt hier zugleich als Geborgenheit und als Bedrohung für die eigene Kontrolle.

Musikalisch wirkt dieser Teil mehr vintage und oldschool, mit einer Reduktion der Instrumentierung, um das Intime hervorzuheben, bevor es wieder in den Refrain übergeht.

“Avoid looking yourself in the eye

Because every meeting is like a lightning strike

Don’t even know what that is

That makes you so incredibly attractive to me”

„Lightning strike“ ist ein Bild für die plötzliche, überwältigende Wirkung der Begegnung – gefährlich und gleichzeitig elektrisierend. Es verstärkt das Motiv der Unkontrollierbarkeit.

Historischer Bezug: Swing war in den 20er/30er Jahren selbst wie ein Blitzschlag – er brach plötzlich durch Ragtime und frühe Jazzformen hindurch und brachte die Menschen zum Tanzen. Electroswing greift dieses Bild auf, indem er die Elektrizität moderner Beats mit der Wucht des Swing verbindet.

„And your ice-blue eyes

Let my waves get higher

Under the roaring surf

It washes my body onto your shore”

Die Naturbilder (Wellen, Brandung, Küste) drücken eine Hingabe aus, die keine Kontrolle mehr kennt. „Ice-blue eyes“ steht für kühle Schönheit, etwas Distanz – aber die Wirkung ist dennoch überwältigend.

„You don’t make it any easier for me …

Please get out of my head”

Die Wiederholung verstärkt die obsessive Qualität. In vielen Electroswing-Stücken wird ein Motiv oder Sample immer wieder variiert, bis es fast hypnotisch wirkt.

„Please get out of my head

Please get out of my head…”

Die mantraartige Wiederholung im Outro wirkt fast wie eine Verzweiflungsschleife – musikalisch endet das Stück mit der vollständigen Instrumentierung, bei dem die elektronische Komponente die Führung übernimmt, während die Bläser langsam ausfaden.