“I cry for no reason
I cry in the shower
Because the tears mix so beautifully with the water”
Eine Ballade lebt von Intimität. Mein Text ist sehr persönlich, emotional roh und wirkt wie ein innerer Monolog. Musikalisch passend dazu wurde ein langsames Tempo gewählt, getragen von sanften Klavier- und Gitarrenkkorden, reduziert, arpeggiert, ergänzt durch subtile Streicher, die den Schmerz und die Sehnsucht verstärken. Der Rhythmus treibt nicht, er fließt – wie die Tränen und das Wasser in den sprachlichen Bildern. Das Zitat eröffnet mit einem Bild der Überwältigung: Das Weinen hat keinen äußeren Anlass mehr, es ist ein Dauerzustand. Die Dusche ist ein klassischer Ort der Intimität – niemand sieht einen und die Tränen verschmelzen mit dem Wasser, sodass Schmerz und Naturgewalt eins werden. Poetisch steckt darin die Idee, dass Leid in den Alltag übergeht und fast „ästhetisch“ wirkt, weil es mit dem Wasser eins wird.
“My heart has a hole
So that love flows out
I still hope that the river flows into your heart”
Ein sprechendes Bild: Das Herz ist verletzt und Liebe entweicht wie ein Strom. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass dieser Strom nicht ins Leere läuft, sondern im Herzen der anderen Person ankommt. Das ist typisch für eine Popballade: Verletzlichkeit und Hoffnung existieren gleichzeitig. Musikalisch setzt hier eine leichte Steigerung durch die Zugabe eines sanften Beats ein.
“And I see my soul
being flushed down the drain
Would be so nice if the same
would happen to the pain”
Hier intensiviert sich das Bild des Duschens: Nicht nur Tränen, auch die Seele selbst rinnt in den Abfluss. Es ist ein Gefühl von Selbstverlust. Gleichzeitig steckt darin ein fast verzweifelter Wunsch: Wenn schon die Seele weggespült wird, dann möge wenigstens auch der Schmerz verschwinden. Poetisch eine bittere Ironie – das Wesentliche (die Seele) geht, aber das Unerträgliche (der Schmerz) bleibt.
„Drops touch my body
Every drop is a blow
I see welts on my skin
And regrets that will grow”
Die Tropfen des Wassers werden zu Schlägen. Hier kippt das Bild: Wasser, das eigentlich reinigend sein sollte, verwandelt sich in etwas Gewaltvolles. Damit wird angedeutet, dass Schmerz alles durchdringt, selbst neutrale Dinge wie Wasser. Die „Welts“ (Striemen) sind ein starkes Bild für Verletzungen, die vielleicht nicht nur körperlich, sondern auch seelisch sind – und das Bedauern wächst wie die Anzahl der Narben.
„I’m tired of thinking, It’s always about you
Sad eyes stare at me in the mirror
But my thoughts stick to you like bees to honey
Everything inside me loves you, baby
My heart has decided to love you forever
can’t deal with the pain, it’s not getting any better”
Hier öffnet sich das lyrische Ich ganz klar dem Gegenüber. Es ist ein Geständnis von Obsession: Alle Gedanken kreisen um den anderen, man kann sich selbst nicht entkommen. Besonders stark ist das Bild „like bees to honey“ – die Gedanken „kleben“ an dem anderen Menschen, ziehen immer wieder zum Schmerzpunkt. Der Refraincharakter ist hier sehr stark, und musikalisch ist die Stelle sein, wo die Instrumentierung an Intensität gewinnt und der Gesang und die Streicher voller werden.
“I have no soul left,
if my heart breaks
I’m so exhausted because everything hurts”
„Eine fast nihilistische Aussage: Ohne Liebe, ohne den anderen, bleibt nichts mehr übrig. Der Schmerz wird hier absolut gesetzt, alles ist Überforderung. Das ist der Tiefpunkt und wird in der Musik durch eine erneute Reduktion betont, leiser, mit mehr Raum.
„How am I supposed to cope
with myself alone without you
When you’re a part of me?
And every damn moment is all about you”
Das lyrische Ich fragt existenziell nach dem „Wie“. Ohne die andere Person verliert es die Fähigkeit, mit sich selbst klarzukommen. Hier wird sehr direkt formuliert, dass der Partner ein Teil des Selbst ist – was eine Mischung aus Liebe und Abhängigkeit ausdrückt. Musikalisch ist dies die Wiederholung und leichte Variation der ersten Strophe, mit noch größerer emotionaler Wucht.
„I had sworn not to look at any pictures of you
But my fingers have a life of their own
I miss the way your eyes look at me
I just can’t deny that you are my home”
Ein sehr persönlicher Abschluss: Der Kampf gegen die eigenen Gewohnheiten scheitert – man schaut trotzdem auf die Bilder. Die Finger „haben ein eigenes Leben“, ein Bild für die Machtlosigkeit gegenüber Sehnsucht. Besonders berührend ist der Schluss: „You are my home“ – trotz allem Schmerz bleibt die geliebte Person der einzige Ort von Geborgenheit. Ein Kreis schließt sich: von Tränen und Leere am Anfang hin zu einer Art Sehnsuchts-Bekenntnis am Ende.

Mein Song ist eine radikal ehrliche Darstellung von Schmerz, Verlust und Sehnsucht. Er arbeitet stark mit Wasserbildern (Tränen, Dusche, Abfluss, Tropfen), die Gefühle sichtbar und körperlich spürbar machen. Musikalisch lebt er von einem Wechsel zwischen zerbrechlichen, ruhigen Momenten und großen emotionalen Ausbrüchen, die den inneren Kampf spiegeln.

