
Fragment
Irgendwann hab ich angefangen.
Irgendwann hab ich aufgehört.
Obwohl noch gar nichts zu Ende war.
Sonderbar,
wie mir meine Erinnerung durch die Finger rinnt,
wie der Regen, wenn ein Kind
versucht, all das Wasser aufzufangen,
obwohl seine Hände viel zu klein sind,
für die Menge, die es braucht,
um seinen Durst zu stillen.
Ich habe diesen Willen,
jede Erinnerung aufzusaugen,
wie ein Schwamm,
damit ich ihn dann,
bei Bedarf, wieder auswringen kann.
Dabei liegt doch die Schönheit des Augenblicks
in seiner Flüchtigkeit.
In seiner Vergänglichkeit.
Oder nicht?
Ich bin wie ein Fragment,
ein Skript, dass keiner auswendig kennt,
weil das unmöglich ist,
wenn jede Seite ständig neu geschrieben wird.
Gibt´s ein Happy End?
In meinem Gedicht „Fragment“ male ich mit Worten das zarte Bild eines flüchtigen Augenblicks, eingefangen im steten Strom der Zeit. Es ist die Erzählung von der Schönheit eines Moments, der so greifbar erscheint und doch wie Sand durch meine Finger rinnt, unaufhaltsam und unerbittlich. Jeder Moment, jede Emotion, jede Nuance ist wie ein kostbares Fragment, das ich verzweifelt festhalten möchte, bevor es sich in den Schatten der Vergangenheit verliert. Doch trotz all meiner Bemühungen gleitet mir die Erinnerung durch die Finger, ein flüchtiger Hauch, der sich der Ewigkeit entzieht. Und so bleibt mein Gedicht ein stilles Zeugnis der Flüchtigkeit des Lebens, eine Hymne an die Schönheit des Augenblicks und die Kunst, die Erinnerung an ihn für immer in unseren Herzen zu bewahren.

